Florian Böhme, Senior Manager Amazon Business, Amazon.de

"Geschäftskunden erhalten massgeschneiderte Funktionen und die üblichen Vorteile von Amazon"



Herr Böhme, Sie sind Ende 2016 mit Amazon Business gestartet. Was war Ihre Motivation dafür?

In den USA war der Service schon 2015 gestartet, kurz darauf nutzten 400.000 Unternehmen das Angebot, um von Amazon und über 45.000 Business-Händler Produkte zu kaufen. Wir arbeiten immer daran, Services, die bei Kunden beliebt sind, weiterzuentwickeln und in anderen Ländern anzubieten. Daher können Unternehmen jetzt auch auf amazon.de diesen Service nutzen und so Zeit und Geld beim Einkauf sparen.

Was bedeutet das für Händler, die bei Amazon Business verkaufen wollen?

Händler können Geschäftskunden erreichen, damit ihren Kundenkreis erweitern und online wachsen. Dafür stellen wir ihnen spezielle Funktionen zur Verfügung, die auf Geschäftskunden zugeschnitten sind. Zum Beispiel die automatisierte Rechnungsstellung. Dazu kommen Infrastrukturen, die wir selbst erfolgreich nutzen wie zum Beispiel eine moderne Logistik in Form des Services „Versand durch Amazon“, den Amazon-Kundenservice oder Marketingmöglichkeiten, um von B2B-Kunden entdeckt zu werden. Damit haben heute kleine Unternehmen die gleichen Möglichkeiten wie die großen und können Millionen Kunden weltweit erreichen. Der „Baustoffshop“ ist ein gutes Beispiel: Mithilfe von Amazon Business konnte er seine Reichweite unter Gewerbekunden steigern.

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Versetzen wir uns in den Geschäftskunden, der bei Amazon Business einkauft. Was ist denn das Besondere an dem Service? Geschäftskunden konnten ja vorher auch schon bei Amazon einkaufen?

Wir versuchen, das Leben der Kunden einfacher zu machen – mit Amazon Business gilt das ebenfalls für Geschäftskunden, also etwa für Selbstständige, professionelle Einkäufer in mittelgroßen Firmen, Universitäten, Krankenhäuser oder Verantwortliche für den Einkauf in großen multinationalen Konzernen. Kunden erwarten, dass ihre Beschaffung genauso einfach funktioniert, wie sie es von ihren privaten Amazon-Einkäufen her kennen. Sie schätzen attraktive Preise, größte Auswahl, komfortables Einkaufen, umfassende Produktinformationen und schnelle Lieferung. Zusätzlich haben wir wichtige Features für B2B-Kunden ergänzt: Kauf auf Rechnung, Darstellung von Nettopreisen sowie ein Umsatzsteuer-Rechnungsservice, Mengenrabatte und Business-Preise, Konten für mehrere Nutzer, die Möglichkeit, interne Genehmigungsprozesse abzubilden sowie Reporting- und Beschaffungsanalysen.

Klingt verlockend, aber was heißt das konkret für Geschäftskunden?

Nehmen Sie zum Beispiel einen kleinen Baubetrieb: Kugelschreiber, Papier und Lineale kommen da vielleicht von Lieferant A, Bildschirme, Computer und Kabel von Lieferant B und Ziegelsteine, Mörtel und Kelle wieder von einem anderen. Bei Amazon Business sind es vielleicht auch drei Händler, der Kunde kauft aber bequem auf einer Website, wie er es als Privatperson von Amazon gewohnt ist. Das ist für viele Unternehmen eine enorme Erleichterung. Eben sprachen Sie von zugeschnittenen Funktionen. Aber ein kleines IT-Start-up hat ganz andere Anforderungen als ein Krankenhaus. Beispiel Krankenhaus: Das sind oftmals große Organisationen mit verschiedenen Abteilungen und Zuständigkeiten. Häufig arbeiten dort verschiedene Berufsgruppen miteinander, da ist es wichtig, klare Prozesse zu schaffen: Wer soll was beschaffen und mit welchem Budget? So kann der Einkaufsleiter bei Amazon Business etwa den Firmen-Account aufteilen und damit Genehmigungsprozesse über unterschiedliche Abteilungen und Funktionen abbilden. Er kann jeder Station einen eigenen Zugang zum Account einrichten, jeweils mit einem Limit, wer wie viel einkaufen darf. Die Stationen müssen dann nicht wegen jeder kleinen Anschaffung durch die ganze Krankenhaushierarchie gehen, die Einkaufsabteilung kann aber trotzdem den Überblick behalten.

Und das kleine Start-up? Da gibt es ja meist noch keine Einkaufsleiter.

Vor allem nach der Firmengründung sind die Strukturen dort oft noch im Entstehungsprozess. Da kümmert sich der Gründer schon mal selbst um den Einkauf oder delegiert die Aufgabe an jemanden, der damit normalerweise weniger zu tun hat. Da wird mal ein Stuhl bestellt, mal eine neue Tastatur oder ein Satz Kaffeetassen. Um hier den Überblick zu behalten, ist es natürlich sinnvoll, all das auf einem Firmen-Account zu bündeln. Für Start-ups wie auch für alle anderen Unternehmen ist es außerdem wichtig, dass wir ihnen direkt Preise ohne Umsatzsteuer zeigen, diese aber auf den Rechnungen explizit ausweisen. Damit können sie schnell zwischen Angeboten vergleichen, ohne jedes Mal selbst nachrechnen zu müssen.

Was ist mit dem produzierenden Gewerbe?

Nehmen Sie zum Beispiel die „Jung Bonbonfabrik“, ein Traditionsunternehmen aus der Nähe von Stuttgart. Früher waren für den Einkauf vieler unterschiedlicher Produkte – Computer für die Verwaltung, Werkzeuge für die Produktion, Beamer für Präsentationen – aufwändige interne Prüfverfahren nötig. Heute ist der Einkauf in vielen Bereichen dezentralisiert, jede Abteilung kann sich innerhalb eines gesetzten Rahmens um notwendiges Equipment selbst kümmern und gleichzeitig behält die Geschäftsführung den Überblick.

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Zurück zu den Händlern, die auf Amazon Business verkaufen: Wie funktioniert Amazon Business für sie denn konkret? Was müssen sie machen, um den Service nutzen zu können?

An Geschäftskunden zu verkaufen ist im Prinzip genauso einfach wie an Endkunden: einfach als Händler registrieren, für Amazon Business anmelden, Produkte listen und Features wie die automatisierte Rechnungsstellung aktivieren.

Und wie wird Amazon Business weiterentwickelt? Was gibt es Neues?

Wir entwickeln den Service ständig weiter – immer mit dem Ziel, die Kundenzufriedenheit noch weiter zu steigern. Im August 2017 haben wir zum Beispiel die „individuelle Katalogverwaltung“ eingeführt. Dahinter verbergen sich neue Möglichkeiten für Administratoren von Amazon-Business-Konten, mit denen sie die Kontonutzung noch besser steuern können. So können sie Artikel als „bevorzugte Produkte“ definieren und Artikel ihrer Wahl als „eingeschränkt“ markieren. Für eingeschränkte Produkte können sie zudem individuelle Hinweise und Genehmigungsprozesse anlegen. Mit diesem neuen Feature ist es für viele Unternehmen interessant, weitere Mitarbeiter über uns bestellen zu lassen.

 

Über den Experten

Florian Böhme verantwortet seit Dezember 2016 Amazon Business, den Service für Geschäftskunden auf amazon.de. Der studierte Kaufmann mit MBA- Abschluss an der Open University Business School kam im Jahr 2008 zu Amazon und hatte im Unternehmen bereits unterschiedliche Positionen inne, darunter in den Bereichen Elektrogeräte und Media. Seine berufliche Karriere begann Florian Böhme beim Handelsunternehmen Karstadt sowie in unterschiedlichen Vertriebs- und Marketingpositionen bei Whirlpool.