Retail auf der CeBIT – Wie Handelsmärkte von der digitalen Transformation profitieren

Retail auf der CeBIT

Wie können Handelsunternehmen einzigartige Einkaufserlebnisse entwickeln? Das Gespräch mit Max Richter, Retail-Experte von T-Systems Multimedia Solutions, gibt Einblicke in die digitalen Möglichkeiten, um den Handel kanalübergreifend zu vernetzen, die Geschäftsprozesse zu beschleunigen und die Kunden besser kennenzulernen. Ob online zuhause, mobil unterwegs oder in der Filiale.

Herr Richter, Sie präsentieren auf der CeBIT das Thema Retail und zeigen, dass der Trend von Multichannel hin zu Omnichannel geht. Was zeigen Sie genau auf der CeBIT?

Durch die Kombination von iBeacons, Salesforce und mobilen Anwendungen zeigt unser Showcase ein 360°-Bild des Kunden. Auf der CeBIT werden wir dieses Bild anhand eines Showcases für einen Supermarkt präsentieren. Dabei stellen wir uns folgendes Szenario vor: eine Person kauft online – am Rechner oder in einer App – ein, bestellt Lebensmittel und wählt aus, ob sie sich die Produkte nach Hause liefern lassen oder selbst abholen möchte. Entscheidet sich die Person, die Ware selbst abzuholen, registrieren iBeacons den Kunden bereits beim Betreten der Filiale. Der Filialleiter wird benachrichtigt und die Ware direkt bereitgestellt. Zahlen kann der Kunde durch unsere Lösung online, mobil oder vor Ort. Dieses Szenario hat nicht nur den Vorteil, dass der Endkunde viel Zeit spart. Auch der Supermarkt lernt seine Kunden durch deren Kaufverhalten besser kennen. Viele Lebensmittelmärkte wissen heutzutage ja kaum, wer ihre Kunden wirklich sind. Das wird sich in Zukunft ändern. Man könnte das Szenario auch noch weiterdenken, indem man die Kassen der Märkte über Salesforce integriert. Somit wüssten Märkte, an welchen Tagen der meiste Umsatz gemacht wird und welche Zielgruppen zu welchen Zeiten einkaufen. Mit diesen Informationen kann beispielsweise die Werbeschaltung in Supermärkten zielgruppengerecht angepasst werden. Damit ist auch das Thema Digital Signage für unseren Case relevant. Diese Lösung, die wir auf der CeBIT vorstellen, vernetzt alle Kanäle miteinander und synchronisiert die Berührungspunkte zum Kunden und den Handel. Omnichannel statt Multichannel!

Der meiste Umsatz wird momentan noch am Point of Sale gemacht. Wie bekommen Sie die Kunden mit Ihrer Lösung in den Supermarkt?

Da die Supermärkte durch unsere Lösung nun ihre Kunden besser kennen, können sie auch Angebote zielgerichtet schalten. Stellen wir uns vor, Sie lieben Obst. Besonders gerne essen Sie Bananen – so wie viele andere Personen in Ihrer Zielgruppe auch. Die Supermärkte kennen nun Ihre Präferenzen und können Ihnen künftig zielgerichtet Angebote zu Bananen senden. Die Banane ist der Grund, weswegen Sie in den Supermarkt gehen. Den Umsatz werden die Märkte aber mit anderen Produkten machen. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn die Kunden sollen nicht mit Angeboten und Werbung überschüttet werden. Was die Supermärkte heute auch beachten müssen: die Kaufentscheidung der Kunden hängt heute vor allem von Informationen und Vergleichen aus dem Internet ab. Wenn der Handel es schafft, hier flexibler und agiler zu werden, kommen die Kunden weiterhin in die Läden. Ein Zukunftsfeld stellt das Electronic Shelf Labeling (kurz: ESL; digitale Preisschilder) dar. Hierüber könnten Supermärkte ihren Kunden individuelle Preise anbieten und vor allem auf Preisschwankungen schneller reagieren. Das ermöglicht den Märkten, die Kunden an sich zu binden.

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Wo sehen Sie den Einkauf eigentlich in zehn Jahren?

Zunächst einmal möchte ich vorweg nehmen, dass der deutsche Markt dem amerikanischen Handel fünf bis zehn Jahre hinterherhinkt. Dennoch sehe ich natürlich viele Veränderungen in diesem Bereich. Viele Produkte, Preise und auch das Marketing werden in Zukunft individueller auf die Kunden zugeschnitten sein. Der Kunde kann diese Faktoren heute schon oftmals beeinflussen oder kreativ mitgestalten. Im Fashion-Bereich haben Nike und Adidas hier bereits den Anfang durch designbare Schuhe gemacht. Weg vom Standard, hin zum Individualismus. Damit einhergehend wird der Handel an Orten wahrgenommen, an dem er zuvor noch nicht präsent war: in der virtuellen Welt in Verknüpfung mit der realen Welt. Online Lebensmittel einzukaufen stellt heutzutage oftmals noch eine Seltenheit dar. Das wird sich in zehn Jahren ändern. Wussten Sie eigentlich, dass man bei Amazon schon heute Milch bestellen kann?

Eine Sache, die nun in aller Munde ist, wird auch vor den Supermärkten keinen Halt machen: Internet of Things. Produkte und Geräte werden immer intelligenter und werden uns künftig auch beim Einkauf unterstützen. Denken Sie einmal an einen intelligenten Kühlschrank, der seinen Inhalt für das Abendessen mit einem Rezept abgleicht und die Bestellung für die fehlenden Produkte direkt an den Supermarkt schickt. Damit wären wir dann wieder am Anfang der Story: nur dass nicht die Person, sondern das Gerät den Einkauf auswählt.

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