12.12.2017

Neu: Capiche, der smarte Sprachassistant für Flüchtlinge

Moderne Sprachassistenten und Chatbots  sind so schlau wie ihre Datenbanken im Hintergrund. Sie verstehen die gängigen westeuropäischen Sprachen und antworten auf Dinge, die sie bereits gelernt haben. Aber was passiert, wenn jemand seine Frage auf Arabisch, Paschtu oder Tigrini stellt? Webseiten- und Serviceanbieter sehen sich heute mit einer Vielzahl von Anfragen in unterschiedlichsten Sprachen konfrontiert, die die üblichen Sprachassistenten nicht bewältigen können. So bleiben gerade Fragen von Flüchtlingen unbeantwortet.

Capiche ist ein Übersetzungs- und Suchdienst, der auf Künstlicher Intelligenz (KI) und Crowdwissen basiert und die Kommunikation von und mit Flüchtlingen in Europa nachhaltig verbessern soll. Die erste Anwendung mit Capiche wurde in Kooperation mit dem Flüchtlingsinformationsportal www.HandbookGermany.de entwickelt und gestern auf dem EIT Digital Innovation Day in Berlin vorgestellt. Sie ist das erste KI-System auf dem Markt, das Crowdsourcing integriert und die daraus entstehenden Daten für das Anlernen des KI-Systems nutzt. Capiche ist ein Spin-Off des Innovationsprojekts European Refugee Information and Communication Service (ERICS) von EIT Digital und wurde gemeinsam mit den EIT Digital Partnern TU Berlin, T-Systems Multimedia Solutions GmbH, DFKI, Aalto University sowie der Crowdee GmbH entwickelt.

Mit einer wachsenden Anzahl geflüchteter Menschen steigt auch die Zahl derer in Europa, die im Alltag durch fehlende Sprachkenntnisse große Hürden zu nehmen haben, sei es beim Verstehen von Webseiten und Informationsbroschüren oder in der Kommunikation mit Behörden. Direkte Nachfrage bei den Absendern sind selten möglich, da nationale Betreiber von Webseiten, Online-Journalen und öffentlichen Verwaltungseinrichtungen meist auf direkte Kommunikation verzichten, wenn sie z.B. Arabisch nicht verstehen. So führen fehlende Sprachkenntnisse zu Informationsverlust, unbeantworteten Fragen und einer verlangsamten Integration.

Mit Capiche gibt es nun eine Lösung für diese Informationsanbieter: Capiche ermöglicht es ab sofort kleinen Redaktionen, ihren Nutzern, Inhalte auch in nicht üblichen Sprachen anzubieten. Über eine Schnittstelle im Content Manaement System werden Inhalte über einen cloud-basierten Mikroservice an das KI-System und die Crowd gespielt, mit deren Hilfe übersetzt und in der gewünschten Sprache zurückgespielt. So hilft Capiche, Sprachbarrieren aus dem Weg zu schaffen und die Integration zu fördern. In der nächsten Ausbaustufe wird Capiche als multilinguale Echtzeit-Kommunikation in allen wichtigen EU- und Flüchtlingssprachen verfügbar sein, inklusive eines Extremisten- und Fake-News-Filters. Zukünftig wird es auch möglich sein, dass ein Nutzer direkt seine Frage, in seiner jeweiligen Landesssprache, an ein Informationsportal stellt und die Kombination aus Künstlicher Intelligenz und menschlicher Crowd-Intelligenz die Antwort schnell und unkompliziert in seiner Sprache findet.

> Capiches entscheidene Vorteile und Einsatzmöglichkeiten, von denen Flüchtlinge profitieren, sind unter vielen Anderen:

  • Echtzeit-Übersetzungsdienst: Deutsch, Englisch, Arabisch, Persisch und mehr Sprachen ab 2018
  • Fake-News-Check und Extremisten-Filter
  • Rechtsprüfung von Dokumenten über die Crowd
  • Anfragen zu Standortinformationen sowie öffentlichen Einrichtungen können an das Chatbot-System in der Fremdsprache gesendet werden

Stéphane Péan, EIT Digital Leiter für den Bereich Digital Cities bestätigt dies:
„Dank KI-Algorithmen und kollaborativem Crowdsourcing kann Capiche Flüchtlinge mit zuverlässigen Übersetzungen unterstützen und so deren Integration sowie die Gastfreundschaft in unseren europäischen Städten verbessern. Selbst außerhalb dieses konkreten Anwendungsbereichs hat dieser technologiebasierte Übersetzungs- und Informationsdienst ein großes Potential, sowohl  für Betreiber im öffentlichen Sektor als auch für Unternehmen.“

Capiche kann Integrationskosten einsparen und die Zeit bis zur Arbeitsaufnahme verkürzen, indem es Leistungsangebote öffentlicher und auch privater Organisationen aus den Bereichen Verkehr, Gesundheitswesen, Bildung oder Rechtberatung und Informationen zu Jobangeboten oder Verbrauchsgüter des täglichen Bedarfs zuverlässig übersetzt. So hilft Capiche, die Bedüfnisse der Flüchtlinge hinsichtlich Unternehmen oder Institutionen zu erfüllen – und umgekehrt

Ronald Schulz, Head of Data & Content Driven Services von T-Systems Multimedia Solutions erläutert:
„Mit Capiche füllen wir die Lücken der künstlichen Intelligenz mit Hilfe menschlischer Schwarm-Intelligenz. Das wird die Art revolutionieren, wie wir mit multilingualen Inhalten umgehen. Es wird wesentlich leichter sein als heute, Inhalte an Menschen zu richten, die eine andere Sprache sprechen.”

EIT Digitals Innovationsaktivitäten liefern neue Produkte oder Dienstleistungen und schaffen Startups und Spinoffs, um Projektergebnisse zu kommerzialisieren. Zudem unterstützen sie den Transfer von Technologien für den Markteintritt. Capiche (ERICS) ist eine von 11 Innovationsaktivitäten der Digital Cities Action Line 2017. Die Action Line Digital Cities bringt die digitale Transformation in die Städte. Sie fördert die zentralisierte, partizipierende und kollaborative Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Akteuren einer Stadt: Regierung, städtische Dienstleister, Industrie und Bürger.

 

> Handbook Germany - Best Practice

 

 

 

Aktuelles

Blockchain Industrie4.0

Blockchain eröffnet für Industrie 4.0 neue Dimensionen

25.04.2018

Mittlerweile werden mit Blockchain nicht nur Bitcoin und andere Kryptowährungen assoziiert. So werden mit dem technologischen Ansatz der Distributed Ledger Technologie DLT Potenziale in fast allen Branchen und Bereichen mit Transaktionen gesehen. Distributed Ledger beschreibt die Vernetzung von Computern, die die Richtigkeit von Transaktionen sicherstellen. Diese Transaktionen bzw. Daten werden dann aneinander verkettet (Blockchains). Dadurch ist eine nachträgliche Änderung nicht möglich und damit ergeben sich auch viele Vorteile für Industrie 4.0-Netzwerke.
Mehr dazu im neuen Blogbeitrag!

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brand eins kürt Beste Berater 2018

Zwei Beste Berater auf einen Schlag – brand eins zeichnet aus

24.04.2018

 
Durch die geplante Bündelung der Kompetenzen der Management- und Technologieberatung Detecon, T-Systems Multimedia Solutions und die digital ausgerichtete Bereichen der T-Systems Global Systems Integration zu einer neuen Einheit, bekommen Kunden demnächst zwei Beste Berater auf einen Schlag. Denn das unabhängige Wirtschaftsmagazin brand eins hat erneut die Besten Berater 2018 gekürt. Mit von der Partie sind die Detecon Consulting sowie die T-Systems Multimedia Solutions.

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T-Systems startet neue Einheit für Digitalisierung

T-Systems startet neue Einheit für Digitalisierung

23.04.2018

T-Systems bildet eine neue integrierte Einheit für digitale Lösungen in Deutschland. Der neue Portfolio-Bereich mit 4.800 Mitarbeitern bündelt die Kompetenzen dreier bestehender Einheiten: der Management- und Technologieberatung Detecon, des Digitaldienstleisters T-Systems Multimedia Solutions und der digital ausgerichteten Bereiche der T-Systems Global Systems Integration. Die drei Bereiche haben 2017 insgesamt über 4.000 Digitalisierungsprojekte umgesetzt.

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Meinungen

Microsoft Teams – das Office Herz

15.11.2017

Bei unserem letzten Test war Microsoft Teams gerade in seiner Preview Version und wies dementsprechend viel Verbesserungspotential auf. Welche Rolle das Tool neben den ähnlichen Microsoft-Anwendungen Yammer und Skype for Business einnehmen würde, blieb zudem für lange Zeit ein Rätsel. Dass mindestens für O365-Kunden mittlerweile kein Weg an Teams vorbeiführt, beweist allerdings, wie sehr sich das Tool im letzten Jahr verbessert hat und welche zentrale Rolle Microsoft ihm zukünftig beimisst. Es ist nicht nur ein Messaging Tool, sondern auch Collaboration Software und Enterprise Communication System in einem. Welche Funktionalitäten das Digital Workplace Microsoft Teams noch mitbringt, erfahren Sie in unserem Blog.

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Cisco Spark – intuitiver Messenger

08.11.2017

In der Blogreihe zum Thema „Next Level Enterprise Messaging“ stellen wir diesmal unsere Erfahrungen mit dem Tool aus dem Hause Cisco vor. Mit Cisco Spark versucht man durch starke Fokussierung auf individuelle technische Lösungsansätze, Security Standards und intelligente APIs herauszustechen. Die Anwendung steht für Minimalismus, Einfachheit und modernes Design. Die Nutzung ist von Beginn an intuitiv und einfach bedienbar. Cisco Spark ist sowohl im Browser als auch via Desktop und Mobile App verfügbar ist, mit einer Fülle an Funktionen versehen und möchte es in direkte Konkurrenz zu Microsoft Teams platzieren. Welche cleveren Features Cisco Spark mitbringt und wo seine Vor- und Nachteile liegen, lesen Sie in unserem Blog.

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Slack – Scaling, Scaling Scaling

01.11.2017

Enterprise Messaging war ein großes Trendthema des Jahres 2017. Um dieser Dynamik gerecht zu werden, haben wir für eine Blogreihe verschiedene Lösungen für Unternehmen getestet. Ein Jahr nach unserem ersten Blogbeitrag zum Tool „Slack“ werfen wir nun erneut einen Blick auf eines der Flaggschiffe des Enterprise Messagings. Der Fokus liegt auf schnellem und einfachem Messaging zur zielorientierten Kommunikation in Teams, Abteilungen oder ganzen Unternehmen. In den im Dashboard unterteilten Channels können Mitarbeiter weiterhin neben des direkten Nachrichtenaustausches entsprechend der Bereiche gruppiert kommunizieren. Welchen Mehrwert Slack Enterprise Grid und Shared Channels für Ihr Unternehmen haben, lesen Sie in unserem Blog.

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