Brigitte Zypries zu Gast in der T-Systems Multimedia Solutions

Wie können Kooperationen zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen aussehen? Mit dieser Frage beschäftigten sich am 20. Oktober 2015 Unternehmensvertreter und der Beirat „Junge digitale Wirtschaft“ (BJDW) in den Räumlichkeiten der T-Systems Multimedia Solutions in Dresden.

Zudem nahm Brigitte Zypries, parlamentarische Staatssekretärin beim Bundes-minister für Wirtschaft und Energie, an der Veranstaltung teil. Sie ist in dieser Rolle zuständig für IT sowie für Luft- und Raumfahrt.

Bereits während der Eröffnungsrede verwies Dr. Rolf Werner, Geschäftsführer der T-Systems Multimedia Solutions, darauf, wie wichtig eine Zusammenarbeit zwischen jungen und etablierten Unternehmen ist. Zum einen findet dadurch der notwendige Wissensaustausch statt, zum anderen erhalten Start-up-Unternehmen den Zugang zu ausgebauten Netzwerken.

Im weiteren Verlauf referierte Jörg Kaienburg, Geschäftsführer der SIListra Systems GmbH und verantwortlich für die Arbeitsgemeinschaft „Wachstum“ im BJDW, über die Ergebnisse der Befragung zahlreicher Start-ups sowie Mittelstands- und Großunternehmen. Er skizzierte die Hindernisse, Fallstricke und Verbesserungsmöglichkeiten in Kooperationen zwischen jungen und etablierten Firmen. Die Interviews zeigten, dass junge Unternehmen zwar über sehr gute und innovative Produkte und Dienstleistungen verfügen, allerdings oft nicht in der Lage sind, diese bestmöglich zu verkaufen. Des Weiteren sei das Verständnis für Strukturen und Abläufe in großen Unternehmen schwach ausgeprägt. Weitere Forderungen etablierter Unternehmen und öffentlicher Auftraggeber nach Zulassungen, Zertifikaten oder Bürgschaften erschweren darüber hinaus den Markteintritt für
Start-ups erheblich.

Im Anschluss an die Ergebnispräsentation wies Brigitte Zypries darauf hin, dass Deutschland an den großen Erfindungen unserer heutigen Zeit wie Amazon, Facebook und Google nicht mitgewirkt habe. Umso wichtiger sei es jetzt, das Potential der Start-up-Unternehmen insbesondere beim Thema „Industrie 4.0“ voll auszuschöpfen. Im Gegensatz zu anderen Ländern verfüge Deutschland über sehr viele Industriestandorte und könne bei dem aufkommenden Trend sehr viel bewirken. Diesbezüglich müssten gerade mittelständige Unternehmen auf Start-ups zugehen. Denn sie verfügen über aktuelles Know-how und bewegen sich am Puls der Zeit. Dem Mittelstand fehlt es ihrer Meinung nach oft an der nötigen „Awareness“, die neue Trends und Erfindungen mit sich bringen.

Die anschließende Podiumsdiskussion moderierte Prof. Frank Schönefeld von der T-Systems Multimedia Solutions. Dabei trafen mit Johannes Schuricht von akili:innovation und André Röder von KAPRION Technologies, Vertreter zweier Start-up-Gründer, auf Dirk Röhrborn von der Communardo Software GmbH und Thomas Reppe von der IMA Materialforschung und Anwendungstechnik GmbH, die den etablierten Mittelstand vertraten. In der Podiumsrunde fungierte Brigitte Zypries als Brückenfunktion und Vertreterin der Bundesregierung.

Von allen Teilnehmern kamen zahlreiche Anregungen für die Zusammenarbeit:

  • Um auf dem Markt erfolgreich zu sein, sind unter anderen Vertriebskompetenzen und ISO-Zertifizierung unabdingbar.
  • Sinnvoll wäre die Schaffung eines Pools, in dem sich junge Unternehmen bewerben können, um dort eine Art Zusammenschluss zu bilden, aus dem sich Großunternehmen für ihre Vorhaben bedienen können. Diese Idee nahm Frau Zypries auf, um sie mit dem Bundesinnenministerium zu besprechen, das für die öffentliche Vergabe verantwortlich ist.
  • Finanzielle Nachteile von Start-ups z.B. bei der Beibringung von Bürgschaften können durch die Unterstützung von lokalen öffentlichen Wirtschaftsinstitutionen oder die KfW vermindert werden.
  • Die Kammern in den Kommunen können Start-ups bei der Ansprache von lokal ansässigen und überregionalen Kunden unterstützen.
  • Die Einstellung professioneller Mitarbeiter sichert langfristig den Geschäftserfolg, auch wenn sie anfänglich sogar mehr verdienen, als die Unternehmensgründer selbst. Aber auch das Engagement von technisch versierten Schülern und Studierenden kann ein Start-up inhaltlich weiter bringen.

Die Veranstaltung wurde vom Leiter der Start-up-Initiative Thomas Karnbrock, T-Systems Multimedia Solutions, organisiert und trug dazu bei, dass sowohl junge als auch etablierte Unternehmen für Kooperationen sensibilisiert wurden. Brigitte Zypries war von der Veranstaltung begeistert und sagte: „Politik kann nur funktionieren, wenn sie mit der Praxis kommuniziert. Dafür sind solche Formate essentiell.“

 

 

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