Barrierefreies Internet? Nicht beim Shoppen

Untersuchung von T-Systems Multimedia Solutions zeigt: Nur einer der 15 größten deutschen Webshops ist für Benutzer mit einer Behinderung gut zu bedienen.

 


Dresden, 26. Oktober 2017
– Online-Shopping ist längst keine Nische mehr. Ob Kleidung, Technik, Bücher oder inzwischen auch immer öfter Lebensmittel – die Kunden nutzen gerne den komfortablen Online-Service. Doch eine Nutzergruppe wird derzeit vom Online-Einkauf meist ausgeschlossen, wie eine aktuelle Untersuchung des Digitaldienstleisters T-Systems Multimedia Solutions zeigt. Denn für motorisch und sensorisch eingeschränkte Nutzer ist nur einer der 15 größten, untersuchten Online-Shops in Deutschland gut zugänglich. Die restlichen Shops haben so große Mängel, dass Benutzer mit einer Behinderung die Webseiten nicht selbstständig oder nur mit Einschränkungen nutzen können.

Bei der Untersuchung berücksichtigten die Experten von T-Systems Multimedia Solutions die spezifischen Anforderungen von sehbeeinträchtigten und blinden sowie motorisch eingeschränkten und gehörlosen Nutzern. Bei der Analyse wurde jeder Shop exemplarisch auf die Funktionen von drei verschiedenen Unterseiten geprüft: einer Produktdetailseite mit Bestellbutton, dem Warenkorb und dem Bestellformular. In sechs Shops war es den Nutzern zum Beispiel nicht möglich, überhaupt eine Bestellung abzuschicken. Insgesamt wiesen 10 von 15 Shops so große Mängel auf, dass sie von Personen mit Behinderung nicht ohne Hilfe nutzbar waren.

Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die schlechte Tastaturbedienbarkeit. Insbesondere manuell-motorisch eingeschränkte und blinde Menschen sind auf eine Bedienbarkeit per Tastatur, anstelle der Maus, angewiesen. Allerdings ist dies bei 40 Prozent der untersuchten Shops gar nicht und bei weiteren 27 Prozent nur sehr eingeschränkt möglich.Lediglich 33 Prozent konnten eine zufriedenstellende Bedienung per Tastatur erreichen. Ein weiterer wichtiger Aspekt zur Seitenbedienung ist die Fokus-Sichtbarkeit. Diese zeigt dem Nutzer an, welcher Teil gerade genau betrachtet wird. So kann er zum Beispiel unterscheiden, ob er gerade auf „abschicken“ oder auf „löschen“ klickt. Allerdings ist auch diese Funktion in den meisten untersuchten Shops entweder gar nicht oder kaum vorhanden.

„Die Ergebnisse sind eher ernüchternd, dabei sollten wir heute eigentlich soweit sein, dass alle Benutzergruppen von den Vorzügen des E-Commerce profitieren können. Aber leider haben die meisten Onlinehändler ihre Hausaufgaben in Sachen Barrierefreiheit noch nicht gemacht,“ sagt André Meixner, Experte für Barrierefreiheit bei T-Systems Multimedia Solutions. „Gerade die Tastaturbedienbarkeit lässt sich recht schnell nachrüsten. Der nette Nebeneffekt: Eine Seitenoptimierung für behinderte Nutzer wirkt sich durch die semantische Auszeichnung der Inhalte auch positiv auf die Suchmaschinenoptimierung aus.“

 

> Zum kostenlosen Download der vollständigen Studie