Cookie

Wie können Unternehmen nachhaltiger werden?

Nachhaltige Un­ter­neh­mens­strategien

Perspektivisch will fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland bis spätestens 2050 klimaneutral sein, so lautet das Ergebnis der Bitkom-Studie von 2020. Kein Wunder, denn der Druck auf Unternehmen ist groß, nicht nur die Anforderungen der gesetzlichen Sozial- und Umweltstandards einzuhalten, sondern ganzheitlich nachhaltig zu agieren. Neben der Politik verlangen auch Verbraucher, Mitarbeitende und Partnerunternehmen eine nachhaltige Ausrichtung von Unternehmen.

 

  • Nachhaltigkeit lohnt sich. Die Senkung von CO2-Emissionen, die Reduzierung des Wasserverbrauchs, die Schaffung fairer Arbeitsbedingungen und einer transparenten Lieferkette – wenn Unternehmen die vielfältigen Themen der Nachhaltigkeit jetzt angehen und in eine nachhaltige Unternehmensstrategie investieren, setzen sie auf vielen Ebenen das richtige Zeichen und profitieren langfristig von einem Nachhaltigkeitsbooster.

    Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Chancen ergriffen werden können, um Nachhaltigkeit in einem Unternehmen stärker zu etablieren und mit welcher Nachhaltigkeitsstrategie ein Unternehmen die Klimaneutralität und sogar die Klimapositivität erreichen wird.



Wodurch zeichnen sich nachhaltige Unternehmen aus?

 

  • Nachhaltige Unternehmen helfen dabei, die Welt besser zu machen. Sie setzen sich für verschiedene Bereiche, wie Klima- und Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und Diversität ein, die sie in einer Nachhaltigkeitsstrategie verankert haben. Damit tragen sie massiv zu einer nachhaltigen Entwicklung bei und helfen, ein besseres, faireres und gesünderes Leben für uns und die Generationen nach uns zu sichern.

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Solaranlagen, Betriebskindergärten, Engagement für Flüchtlinge oder papierlose Büros – Nachhaltigkeit ist ein extrem komplexes Thema, das sehr viele verschiedene Bereiche eines Unternehmens umfassen kann. Je nach Branche, Unternehmensgröße und Lieferkette liegt der Fokus auf unterschiedlichen Schwerpunkten.

Übergreifend versteht man Nachhaltigkeit als Handlungsprinzip, das sich die Ressourcenneutralität als Ziel gesetzt hat. Werden also Ressourcen in einem Unternehmen verbraucht, folgen direkt Maßnahmen zur Regeneration. Ressourcen lassen sich dabei wie folgt aufteilen:

Materielle Ressourcen

(Holz, Stahl, Sand, Wasser, etc.)

Menschliche Ressourcen

(Arbeitskraft, Gesundheit, etc.)

Ge­sell­schaft­liche Ressourcen

(Unterstützung, Vertrauen, etc.) 

Wann ist ein Unternehmen klimaneutral?

  • Klimaneutrale Unternehmen geben keine CO2-Emissionen ab oder kompensieren diese. Laut Europäischer Kommission erlangen Unternehmen die Klimaneutralität, wenn sie „ein Gleichgewicht zwischen Kohlenstoffemissionen und der Aufnahme von Kohlenstoff aus der Atmosphäre in Kohlenstoffsenken“ herstellen. Als Kohlenstoffsenken werden dabei Systeme, wie Wälder, Moore und Ozeane bezeichnet, die mehr CO2 aufnehmen als abgeben. Ein weiteres Mittel, um als Unternehmen Klimaneutralität zu erreichen, ist ein Ausgleich von entstandenen Treibhausgasen durch Einsparungen in anderen Bereichen (Quelle: Website des Europäischen Parlaments).

  • Die Weichen zur Klimaneutralität können Unternehmen durch ein Verhalten stellen, das CO2-Emissionen deutlich reduziert. Antriebsmotor ist vor allem die Europäische Union sowie andere Staaten und Staatenzusammenschlüsse, die mit gezielten Regelungen die immer weiter steigenden Emissionen so schnell wie möglich ausbremsen wollen. Tatsächlich tragen die Bemühungen der Politik bereits Früchte: Laut Bitkom-Studie von 2020 planen 10 Prozent der Unternehmen bis 2040 vollständig klimaneutral zu werden und weitere 14 Prozent wollen ihre Klimaneutralität bis 2050 erreichen.

372 Millionen Tonnen CO2 …

… müssen in Deutschland bis 2030 eingespart werden, um den 1,5-Grad-Pfad einzuhalten.

#CO2-Reduktion

55 Prozent …

… der deutschen Mittelständler sehen Digitalisierung als Chance für mehr Nachhaltigkeit.

#Wachstum

4,5 Billionen US-Dollar …

… zusätzliche Wirtschaftsleistung entstehen durch die Kreislaufwirtschaft bis 2030.

#Chancen


Wie ist der Weg zu einem nachhaltigen Unternehmen?

Unternehmen verursachen Treibhausgase, die an die Umwelt abgeben werden und unsere Atmosphäre belasten. Die folgenden Bereiche machen hierbei den größten Posten aus:

Energieerzeugung
Industrieproduktion
Verkehr
Gebäudewirtschaft
Landwirtschaft

  • Auf dem Weg zum nachhaltigen Unternehmen, etablieren Unternehmen in diesen Bereichen „grüne Prozesse“, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Neben materiellen Ressourcen spielen beim Thema Nachhaltigkeit in Unternehmen auch die menschlichen und gesellschaftlichen Ressourcen eine entscheidende Rolle, wie die Kultur im Unternehmen, die Führung, die Mitarbeitenden, aber auch gesellschaftliches Engagement wie z. B. Bildungspatenschaften oder die Unterstützung gemeinnütziger Organisationen.

Schritt für Schritt zum nachhaltigen Unternehmen

Um alle Ziele zu erreichen, sollten die Unternehmen zunächst den Reifegrad der Nachhaltigkeit in ihrem Unternehmen bestimmen. Dann können Sie Schritt für Schritt den Weg zum nachhaltigen Unternehmen gehen:

Analyse und Priorisierung

Welche Unternehmensprozesse und Tätigkeiten bieten das größte Einsparungspotential in Bezug auf Treibhausgase? Welche Maßnahmen haben die größten Auswirkungen auf menschliche und gesellschaftliche Ressourcen? Es geht darum, die Maßnahmen nach Relevanz und Wirkungsstärke zu priorisieren.

Ausbau der Kompetenz

Welche Bausteine umfasst Nachhaltigkeit? Welche Auswirkungen haben die angestrebten Veränderungen im Unternehmen? Was kann und soll jeder einzelne Mitarbeitende beitragen?

Aufsetzen einer Strategie

Wie wird Nachhaltigkeit langfristig im Unternehmen verankert? Auf welche Weise verringert das Unternehmen die negativen Folgen? Wie vergrößert es die positive Wirkung? Wie wird Nachhaltigkeit im Inneren des Unternehmens vorgelebt?

Unternehmenskultur

Haben die Mitarbeitenden das Prinzip der Nachhaltigkeit verstanden (Ausbau der Kompetenz), gilt es im letzten Schritt, Nachhaltigkeit ins tägliche Arbeitsleben zu integrieren. Fließt das Thema Nachhaltigkeit in die Mission und Vision des Unternehmens ein und wird aktiv gelebt?

Der nächste Schritt: das klimapositive Unternehmen

Der nächste Schritt auf der Unternehmensreise führt zur Produktion von klimapositiven Produkten. Das bedeutet, dass ein Unternehmen für die Herstellung dieser Produkte mehr Ressourcen bindet als ausstößt. Im Idealfall betreffen die Aktivitäten, die zu diesem Zustand führen, direkt den Herstellungsprozess (beispielsweise den Einsatz der Prinzipien grüner Chemie in der chemischen Industrie), aber es ist ebenfalls möglich, durch andere Aktivitäten den Anteil der Treibhausgase auf das ursprüngliche Niveau zu bringen.

  • Unternehmen unterstützen gezielt Klimaprojekte, die das Gleichgewicht an CO2-Emissionen und anderen Treibhausgasen wiederherstellen. Dazu zählen:

    Aufforsten von Wäldern
    Schaffung treibhausneutraler Energiequellen in benachteiligten Regionen
    Forschungen, beispielsweise mit dem Ziel, CO2 als Rohstoffquelle zu erschließen
    Unterstützung von Menschen in benachteiligten Regionen für ein eigenverantwortliches nachhaltiges Handeln

Beispiele für Nachhaltigkeit in Unternehmen

Unternehmen, die ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten wollen, können sich an Best Practices aus ihrer Branche orientieren. Wie sind andere Unternehmen die Umstellung angegangen? Welche Learnings lassen sich übertragen? Die folgenden drei Best Practices geben einen Eindruck, wie Nachhaltigkeit im Unternehmen umgesetzt werden kann:

Anreize für veränderte Mobilität

Nutzen: Unterstützung zur Erreichung der Klimaziele

Lösung: Wie hoch ist die CO2-Bilanz der Mobilität von Mitarbeitenden? Die Plattform EcoShift gibt darüber Auskunft und macht Vorschläge zur Senkung der CO2-Emissionen. Der CO2-Ausstoß kann aktiv gesteuert werden und ist damit ein guter Hebel, um die Klimaziele zu erreichen.

Mehr erfahren: Nachhaltigkeitsplattform für Mobilitätsmanagement

Digitale Fehlersuche

Nutzen: Reduktion von Kosten, Zeit und CO2

Lösung: Gemeinsam mit der Telekom entwickelte ZIEHL-ABEGG, der Spezialist für Luft- und Klimatechnik, eine Plattform für seine Kundschaft. Über die Plattform können Unternehmen ihre Ventilatoren leicht und sehr umweltschonend selbst überwachen. Da Wartungen vor Ort nun nur noch bei Bedarf durchgeführt werden, müssen die Techniker*innen deutlich seltener in die Betriebe fahren und CO2-Emissionen werden eingespart.

Mehr erfahren: Vernetzte Ventilatoren im Internet der Dinge

Vorausschauende Wartung

Nutzen: Verlängerung der Anlagen-Lebensdauer

Use Case: Der US-Halbleiterhersteller Globalfoundries stellt leistungsfähige Mikrochips her, für deren Produktion Regelventile für Reinstwasser zum Einsatz kommen. Anstelle einer manuellen Überprüfung ist jetzt eine IoT-Lösung getreten, welche die kritischen Komponenten prüft und Schäden frühzeitig erkennt. Zudem werden für die Produktion weniger Ressourcen – darunter viele Spezialchemikalien – benötigt.

Mehr erfahren: Predictive Maintenance für die Halbleiterproduktion


 

Konzentration auf die wichtigsten Ziele

Welche Themen haben die größte Auswirkung auf die Nachhaltigkeit des Unternehmens? Es ist empfehlenswert, die Maßnahmen auf diese Themen zu konzentrieren, um die relevanten Ziele zu erreichen. In der folgenden Grafik ist dargestellt, wie Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsziele mit einzelnen „Sustainable Development Goals“ (SDG) verknüpfen:

Die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele liefern Unternehmen einen Kompass, wie sie die positive Wirkung des unternehmerischen Handelns für Umwelt und Gesellschaft erhöhen können.


 


Wie entwickle ich eine Nach­hal­tig­keits­strategie für ein Unternehmen?

Für den Aufbau einer Nachhaltigkeitsstrategie für Unternehmen ist entscheidend, dass die Ziele mit der Unternehmensstrategie harmonisieren. Zudem gilt die Klärung der Stoßrichtung: Wie ehrgeizig soll das Ziel der Nachhaltigkeit verfolgt werden? Soll mit der Nachhaltigkeitsstrategie schlicht das Überleben als Unternehmen gesichert werden, um beispielsweise gesetzliche Vorgaben erfüllen zu können oder wird eine Vorreiterrolle angestrebt?

So bauen Sie eine Nachhaltigkeitsstrategie auf:

Ermittlung des Status-Quo

Wie ist der Ausgangszustand des Unternehmens? Auf der Analyse des Status-Quo wird die Nachhaltigkeitsstrategie aufbauen. Welche Themen haben das Potential, den größtmöglichen positiven Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft zu nehmen?

Strategie-Entwicklung

Welche Mission und Vision verfolgt das Unternehmen bezogen auf die Nachhaltigkeit? Mit welchen Themen soll eine positive Wirkung erzeugt werden? Wie werden die Mitarbeitenden motiviert? Das Unternehmen formuliert Handlungsfelder zu den ausgewählten Themen und legt die Intensität fest, mit der die Nachhaltigkeit jeweils verankert werden soll.

Umsetzung der Strategie

Welche Nachhaltigkeitsziele werden aufgestellt und wie erfolgt das Controlling? Es gilt, die Verantwortlichkeiten festzulegen und die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie zu begleiten. Auch die Schulung von Mitarbeitenden ist ein wichtiger Baustein, um Kompetenzen aufzubauen und die Nachhaltigkeitsstrategie im Unternehmen zu etablieren.


 


Wie kann Digitalisierung dazu beitragen, dass Unternehmen nachhaltiger werden?

Unternehmen, welche die Digitalisierung vorantreiben, werden einen wesentlichen Beitrag zum Klimaziel für 2030 beitragen können, da sie mit einer besseren CO2-Bilanz einhergehen. So verringert sich der CO2-Fußabdruck eines Unternehmens z. B. durch den Einsatz von Smart Services, bei denen viele Aufgaben und Prozesse „dematerialisiert“ werden können. Ein Beispiel hierfür ist die Sanitärmarke Grohe, die auf eine digitale Eventplattform anstelle einer Messe setzt.

Jetzt mit Freunden teilen

  • Auf Facebook teilen
  • Auf Twitter teilen
  • Auf Xing teilen
  • Auf LinkedIn teilen
  • Auf WhatsApp teilen
Durch das Aktivieren der Social Funktionen wird eine Verbindung zu externen Servern (Drittanbietern) hergestellt, die Cookies und andere Tracking-Technologien verwenden, um die Benutzererfahrung zu personalisieren und zu verbessern. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.
> Social Funktionen deaktivieren> Datenschutzhinweise