28.09.2016

Barrierefreie IT: Versicherungen haben Nachholbedarf

Untersuchung von T-Systems Multimedia Solutions zeigt: Web-Angebote für gehörgeschädigte Nutzer sind gut, für blinde und motorisch eingeschränkte User ausbaufähig

Dresden, 29. September 2016 – Die Internetpräsenzen von Versicherungen sind im Konkurrenzkampf um die Gunst der Verbraucher oft ein Differenzierungsmerkmal. Doch viele Webangebote bleiben Menschen mit Behinderung aktuell verwehrt, da sie nicht ausreichend oder nur mangelhaft barrierefrei aufbereitet sind. Nur drei von 15 untersuchten Versicherungen boten Webauftritte, die für Menschen mit Behinderung gut oder nur mit geringen Einschränkungen zugänglich sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Juli durchgeführte Untersuchung des Digitaldienstleisters T-Systems Multimedia Solutions.

Zwölf Versicherer wiesen im Test so große Mängel auf, dass behinderte Nutzer das Webangebot nicht nutzen können. Dabei stellt sich das Bild für die einzelnen Gruppen unterschiedlich dar: Können sich hörgeschädigte Nutzer meist noch sehr gut orientieren und informieren, ist für blinde und motorisch eingeschränkte Nutzer oft nur die Startseite bedienbar. Für blinde Nutzer sind vor allem Formulare nur sehr schwer wahrnehmbar. Auch für die Gruppe der sehgeschädigten Nutzer, also Personen, die eine Farbfehlsichtigkeit, verminderte Sehstärke oder eine spezielle Fehlsichtigkeit haben, waren viele Inhalte ohne unterstützende Technologien, wie beispielsweise Bildschirmlupen, nur eingeschränkt wahrnehmbar. Häufigstes Problem stellt dabei ein unzureichender Kontrast zwischen Text und Hintergrundfarbe dar.

Barrierefreiheit ist aktuell lediglich für Internetauftritte der Bundesbehörden im öffentlich zugänglichen Bereich verpflichtend, doch André Meixner, Experte für Barrierefreiheit bei T-Systems Multimedia Solutions, sieht das Thema längst auch auf den Agenden eines jeden Unternehmens: "In der Gesellschaft ist Inklusion ein viel diskutiertes Thema; in Unternehmen fällt die Bereitstellung einer behindertengerechten Arbeitsumgebung bisher noch zu häufig unter den Tisch. Dabei gibt es ein paar praktische Tipps, die jedes Unternehmen – auch jede Versicherung – direkt umsetzen könnte. Ganz praktische Dinge, wie zum Beispiel die vollständige Bedienbarkeit der Webseite über die Tastatur sicherzustellen, eine klare, verständliche Sprache zu verwenden oder hohe Farbkontraste zu nutzen, können die Barrierefreiheit des Web-Angebots bereits stark verbessern. Regelmäßige, professionelle Tests der Seite sind dabei unerlässlich."

Im Rahmen der Studie wurden ausgesuchte Webseiten der 15 größten Versicherungen Deutschlands (nach Beitragseinnahmen) auf Barrierefreiheit getestet. Um die Vergleichbarkeit der Barrierefreiheitstests der einzelnen Versicherer garantieren zu können, konzentrierten sich die Mitarbeiter des Test-and-Integration-Centers von T-Systems Multimedia Solutions auf ein Versicherungsangebot, welches jeder Bürger Deutschlands haben sollte: die private Haftpflichtversicherung. Um eine möglichst große Bandbreite von Medienelementen der Webangebote abdecken zu können, wurde jeweils eine Übersichtsseite, eine Detailseite und ein Web-Formular betrachtet. Die acht verwendeten Prüfkriterien basieren auf der Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz. Sie stellen statistisch gesehen die häufigsten und schwerwiegendsten Probleme dar, die in über 582 Barrierefreiheitstests festgestellt wurden.

Laden Sie sich die Studie "IT ohne Barrieren" jetzt herunter

Aktuelles

Von Botization und Supertools – die Trends 2017 im Marketing

17.01.2017

Längst sind die Zeiten vorbei, in denen Marketer lediglich Print-Anzeigen schalteten und Flyer kreierten. Heute dreht sich alles um digitale Tools, mit deren Hilfe getrackt, analysiert, optimiert, personalisiert und produziert wird. Auch im Marketing wird heute nichts mehr dem Zufall überlassen. Die zunehmende Anzahl von Kanälen, von Onlinemagazinen über Social Media bis hin zur eigenen Unternehmenswebsite, erfordern effizientere Maßnahmen, um die verschiedenen Zielgruppen individuell zu erreichen.

Mehr zum Thema

Weg mit den Barrieren! – Die MMS zeigt wie

10.01.2017

Das Internet ist aktuell das wichtigste Medium Imagepflege und Werbezwecke, Informationsvermittlung und Dienstleistungen. Wenn digitale Inhalte nicht alle Zielgruppen erreichen, weil sie nicht zugänglich aufbereitet sind, bleiben entscheidende Wettbewerbsvorteile ungenutzt. Am 29.09.2016 fand in Potsdam die Konferenz "Barrierefreie IT" statt, um wichtige Fragen zu klären: Welche Barrieren bestehen weiterhin und wie können diese endlich abgeschafft werden?

Mehr zum Thema

„O’zapft is!“: Teamevent der MMS-Lernenden

14.12.2016

„O’zapft is!“ hieß es am 27.10.2016 im Studentenclub „Bärenzwinger“ in Dresden. Mit etwas Verspätung zum originalen Oktoberfest stand das alljährliche Teamevent der Lernenden@MMS Community unter diesem blau-weißen Motto.

Mehr zum Thema

Meinungen

Die Zukunft der Interaktion?

21.10.2016

Conversational Commerce, eine dialogorientierte Kommunikation zwischen Unternehmen und den Konsumenten, stellt eine Revolution in der Interaktion dar. Die bei Verbrauchern sehr beliebten Messenger-Dienste, wie zum Beispiel WhatsApp oder der Facebook Messenger dienen dabei als Schnittstelle. Dieser zusätzliche Kanal bietet rund um die Uhr einen Anlaufpunkt für Services und sogar den Verkauf von Produkten. Die Fluggesellschaft KLM nutzt Facebook beispielsweise, um Flugunterlagen an den Reisenden zu übermitteln. Für die Unternehmen stellt vor allem die Automatisierung der Kommunikation einen besonderen Reiz dar. Welche Möglichkeiten es in diesem Bereich gibt und wie der schrittweise Einstieg in den Conversational Commerce gelingt, erfahren Sie im aktuellen Beitrag des Kanal-Egal-Blogs.

Mehr zum Thema

Mitarbeiter-Apps im Vergleich

21.09.2016

Ob das Lesen von Nachrichten, Wetterberichte, Online-Banking, Online Shopping, Spiele, Fotos, Fitnessmanagement oder gar die Suche nach der großen Liebe – 2.617 mal interagiert der durchschnittliche Smartphone-Besitzer am Tag. Der private Alltag ist folglich fest in der Hand des Mobilgeräts. Startups versuchen diesen Trend auch in den beruflichen Alltag zu integrieren und entwickeln sogenannte Mitarbeiter-Apps. Über diese Anwendungen können Angestellte eines Unternehmens miteinander kommunizieren, Informationen teilen oder sogar die Urlaubsplanung bewerkstelligen. Der neuste Beitrag im Blog von SocialBusinessEvolution.de vergleicht die beiden Marktführer Staffbase und Speakap und informiert über die verschiedenen Möglichkeiten, die Unternehmen durch den Einsatz von Mitarbeiter-Apps haben.

Mehr zum Thema

Der Social Media Kompass 2016/17

09.09.2016

In seiner mittlerweile achten Auflage informiert der Social Media Kompass des BVDW über neue Entwicklungen, Strategien und aktuelle Fallstudien aus dem Social Web. In den letzten Jahren hat sich Social Media von der Einzeldisziplin hin zu einer grundlegenden Kompetenz entwickelt, welche in jedem Unternehmen verankert sein sollte. Den Social Media Kompass mit interessanten Ausführungen des Socialbusinessevolution.de-Bloggers Ulf-Jost Kossol gibt es als Printversion auf der DMEXCO am 14. und 15. September in Köln. Wer nicht so lange warten will, kann sich das umfangreiche PDF-Dokument auch direkt in der Mediathek des BVDW herunterladen.

Mehr zum Thema